
Es ist zwar schon ein bisschen her, aber lieber spät als nie ne!?
Ich wollte mich ganz herzlich bei allen für die Emails und die Nachrichten und Kommentare bedanken die ich zu dem Artikel “ Die andere Seite “ bekommen habe. Sie haben mich echt alle richtig stark ermutigt, getröstet und gezeigt, dass ich nicht alleine hier bin und das ihr alle hinter mir steht. Mit euren Gebeten, Kommentaren ,Emails…….. dafür bin ich euch vom Herzen dankbar.
Ein Email, die hat mir besonders gut gefallen, denn die hat echt meine Situation widergespiegelt. Es ist eine Geschichte und mit der Erlaubnis vom Schriftsteller stell ich sie euch nun auch zu Verfügung.
Und eins verspreche ich euch! Ich werde in jeder Praline reinbeißen, denn ich weiß, dass sie von Gott ist und sie ihren sinn erfüllt!! J
Viele liebe Grüsse
Mo
Die Chili-Praline
Ich sitze allein am noch gedeckten Kaffeetisch. Meine Familie ist schon unterwegs, und hat mir das Abdecken überlassen. Ich habe meiner Frau gesagt, sie soll sich ein bisschen ausruhen, das hat sie nötig.
Erst jetzt fällt mir eine Schachtel mit Pralinen auf. Auf den ersten Blick wirkt sie zwar wie eine gewöhnliche Pralinenschachtel, hat beim zweiten Hinsehen aber einen gravierenden Unterschied zu herkömmlichen Verpackungen von Süßwaren, außer den fantastisch verzierten Süßigkeiten sind Chili-, Jalapeño- und Cayenneschoten abgebildet.
Das macht mich neugierig. Diese Gewürze will ich in meiner Suppe haben, aber doch nicht in meiner Schokolade! Trotzdem ziehe ich die Schachtel heran und betrachte die runden Köstlichkeiten. Auf der dunklen Schokolade der Chili-Variante sind zwei tiefrote Streifen, die wahrscheinlich mit einer Dessertgabel durchzogen wurden, um den graden Verzierungen einen leichten Schwung zu verleihen. Natürlich, sie sieht wunderschön aus, aber was ist mit dem Chili?
Obwohl ich zuerst eher skeptisch war, greife ich zu. Vorsichtig beiße ich ein kleines Stück ab. Hm. Lecker. Zartbitter mag ich gerne, und die fein gehackten Granatapfelstückchen passen hervorragend hinein. Den Chili spüre ich nicht. Anscheinend haben die Köche ihn mit dem Granatapfel verwechselt. Herzhaft beiße ich erneut hinein und beiße mit voller Wucht auf eine Chilinuance! Mein Kopf läuft hochrot an und ich huste. So scharf! In einer Schokolade habe ich das wirklich nicht vermutet, auch wenn „mit Chili“ darauf steht. Als die Schärfe verflogen ist, bleibt eine angenehme Wärme in meinem Gaumen zurück. Wohlig schließe ich die Augen.
Da fällt mir ein, dass das letzte Stück der Praline noch in meiner Hand schlummert. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die eine angebissene Praline zurück in die Packung legen oder sie wegschmeißen, muss ich da wohl durch. Seufzend schiebe ich mir das kleine Stück vorsichtig in den Mund. Einfach runterschlucken geht nicht, also beißen. Die Wärme in meinem Mund, die durch den Chili hervorgerufen wurde, harmoniert perfekt mit der leicht bitteren Schokolade. Köstlich.
Trotz der Schärfe, als ich direkt auf den Chili gebissen habe, genieße ich diese Praline, ganz wider meiner Erwartungen.
Neugierig schaue ich erneut in die Pralinenschachtel. Cayennepfeffer kenne ich ebenfalls nur aus Suppen und Eintöpfen. Verfeinert mit Mango, steht daneben.
Obwohl ich das Abenteuer mit der Chilipraline fast bereut hätte, weiß ich doch, dass sie mir gut geschmeckt hat. Hätte ich von vorneherein gewusst, wie scharf sie ist, hätte ich sie nicht genommen, aber so bin ich um eine leckere, wenn auch scharfe, Erfahrung reicher geworden.
Wie wohl die Kombination Mango und Cayenne harmoniert und auf mich wirkt?
Diese Geschichte habe ich mir grade für dich ausgedacht, Moni!
Ich schreibe gerne, und das ist mir sofort eingefallen, als ich deine E-Mail gelesen habe. Der Vergleich mit der Praline hat mir gefallen. Stell dir vor, du hättest, wie der Mann in dieser Geschichte, gewusst, wie scharf die Praline mit Chili ist, also dein Aufenthalt in den USA. Hättest du dann wirklich rein gebissen? Hättest du gesagt: Ich geh mit Gott, da kann meine Gastmutter sein, wie sie will!? Ich denke Nein. Deswegen ist es gut, dass du nicht gewusst hast, wie scharf die Praline wirklich ist. Der Mann in der Geschichte hat eine wohlige Wärme gespürt. Das ist wirklich so, wenn, man Chili oder etwas anderes Scharfes isst. Und ich denke genau das spiegelt die Nähe Gottes in deinem Fall wider.
Ich jedenfalls wünsche dir Gottes Segen in deinem Abenteuer! Und wer weiß, wenn dieses vorbei ist, vielleicht probierst du dann die nächste Praline aus? Nur Mut, die Schärfe sorgt für die nötige Wärme!!
Danke Moni für diese Geschichte!
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